Faktencheck zum Radweg Herlinghausen Dalheim: Keine Verhinderung durch die CDU

In der Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten am 21. August 2025 in Scherfede äußerte Amtsinhaber Tobias Scherf vor rund 250 Bürgerinnen und Bürgern, dass die CDU den Bau des Radwegs zwischen Herlinghausen und Dalheim verhindert habe – erst er selbst habe sich für die Umsetzung eingesetzt.
Diese Darstellung ist faktisch unzutreffend. Ein Blick in die öffentlichen Ratsunterlagen der Hansestadt Warburg belegt einen anderen Verlauf.

Im Juni 2019 stellte der damalige Ortsvorsteher und SPD-Ratsmitglied Peter Kramer einen Antrag über 350.000 Euro für den Bau des Radwegs. Zum Zeitpunkt des Antrags war der Haushalt für 2019 bereits beschlossen, der Antrag nicht gegenfinanziert, und es lagen keine konkreten Fördermittelzusagen vor. Aus diesem Grund wurde der Antrag mit Verweis auf fehlende Haushaltsmittel mehrheitlich von der Tagesordnung abgesetzt. Die CDU-Fraktion betonte in der Sitzung ausdrücklich, dass der Bedarf für eine Radwegeverbindung gesehen werde und man eine Prüfung alternativer Routen sowie Fördermöglichkeiten befürworte.

Im November 2019 legte die Verwaltung dem Rat eine Alternativstrecke vor. Diese fand in Herlinghausen keine Akzeptanz. Der Rat beschloss daraufhin einstimmig – mit den Stimmen aller Fraktionen –, dass Fördermöglichkeiten geprüft und dem Rat erneut vorgestellt werden sollen.

Nach längeren Verhandlungen wurde dem Rat am 10. Mai 2022 ein Grundstückstauschvertrag zur Umsetzung des Projekts vorgelegt. Dieser wurde beschlossen und ermöglichte die weitere Planung. Die Einweihung des 1,6 Kilometer langen Radwegs erfolgte schließlich am 23. August 2025.

Das Projekt wurde überwiegend durch Fördermittel finanziert: Von den Gesamtkosten in Höhe von ca. 721.000 Euro wurden 685.000 Euro gefördert. Der Eigenanteil der Stadt Warburg belief sich auf lediglich 36.000 Euro.
Die Aussage, die CDU habe den Bau des Radwegs verhindert, ist daher sachlich nicht haltbar. Vielmehr wurde ein Weg gewählt, der eine tragfähige, wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung ermöglichte – mit breiter Unterstützung aus Politik und Verwaltung.